Vorstandsmitglied Dr. Joachim Kamp im Interview

Vorstandsmitglied Dr. Joachim Kamp (51) aus Emsdetten vertritt als Familienvater von vier Kindern die Hausärzte in unserem Verband. Herr Dr. Kamp, was ist Ihr Ziel?

„Ich bin Arzt geworden, um langes Leben, Gesundheit, Vitalität und Attraktivität zu fördern. Hier sind Zigaretten der größte Gegenpol. Mir ist kein anderer Politikbereich bekannt, in dem die real existierenden Gesetze so weit weg von vernünftigem Handeln sind. Mein Ziel ist es, dass Politiker die Interessen der Bevölkerung vertreten, statt die der Tabaklobby. Die Einnahmen der Tabaksteuer decken in Deutschland nicht die Kosten des Rauchens, sodass der Steuerzahler das Rauchen über seine Sozialabgaben bezahlen muss. Außerdem sind wir das letzte Land in Europa, dass es zulässt, dass an fast jeder Bushaltestelle minderjährige Schüler mit Tabakwerbung konfrontiert werden, die sie zum Rauchen verführen soll. Und tatsächlich: Etwa 70.000 Jugendliche fangen durch diese nur in Deutschland noch legale Plakatwerbung jedes Jahr mit dem Rauchen an. Eine Entscheidung, die oft lebenslange Sucht, chronische Krankheit und frühzeitigen Tod zur Folge hat. Auch als vierfacher Vater ist mir mein Engagement ein besonderes Anliegen: Im Ärzteverband setze ich mich dafür ein, dass wir in Europa nicht länger Schlusslicht bei dem politischen Schutz von Minderjährigen vor der größten vermeidbaren Todesursache weltweit sind.“

Dr. Joachim Kamp