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„Nichtraucherschutz in öffentlichen Gebäuden und auf öffentlichen Plätzen, damit weniger Menschen durch das Passivrauchen erkranken.“

Warum ist das sinnvoll?

Als Passivrauch bezeichnet man die Schadstoffe und Verbrennungsprodukte, welche Nichtraucher in der unmittelbaren Umgebung eines Rauchers einatmen. Von seiner Zusammensetzung ist Passivrauch genauso schädlich wie der Rauch, der vom Raucher selbst eingeatmet wird.1

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) sterben in Deutschland jährlich ca. 3.000 Nichtraucher durch Passivrauchen, hauptsächlich an einer durch die Passivrauch- Exposition verursachten koronaren Herzkrankheit oder an einem Schlaganfall. Passivraucher haben nach Angaben der WHO außerdem ein um 20% höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.2

Wie ist der Stand in der deutschen Gesetzgebung?

Seit 2007 gilt in Deutschland das Bundenichtraucherschutzgesetz (BNichtrSchG). Es verbietet das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen, öffentlichen Verkehrsmitteln und an Bahnhöfen außerhalb gekennzeichneter Bereiche.3 Zudem existiert in jedem der 16 Bundesländer ein Landesnichtraucherschutzgesetz, das unter anderem das Rauchen in Gastronomieeinrichtungen verbietet, allerdings gibt es hier regionale Unterschiede: So ist in allen Bundesländern außer Bayern, Nordrhein- Westfalen und dem Saarland das Rauchen in abgetrennten Nebenräumen und Einraumgaststätten erlaubt.4

Umfragen zeigen, dass ca. 80% der Bevölkerung mit den bisher umgesetzten Gesetzen zum Nichtraucherschutz zufrieden sind, darunter auch die Mehrheit der Raucher.1

Wie ist der Stand in der internationalen Gesetzgebung?

Als erstes Land überhaupt erließ Irland 2004 ein umfassendes Rauchverbot. Im EU- weiten Vergleich liegt Deutschland nach Angaben der europäischen Krebsgesellschaften in Sachen Nichtraucherschutz vor Österreich an vorletzter Stelle.5 Spitzenreiter ist Großbritannien, dort ist beispielsweise seit 2015 das Rauchen im Auto in der Gegenwart von Kindern verboten.6

Literatur

  1. Potschke-Langer M. Passivrauchen: Sechs Jahre Nichtraucherschutzgesetze in Deutschland und ihre Folgen. Der Radiologe. 2014;54:156–157.
  2. Deutsches Krebsforschungszentrum. Passivrauchen und gesundheitliche Folgen. https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Passivrauchen_und_gesundheitliche_Folgen.html. Accessed January 22, 2017.
  3. Bundesnichtraucherschutzgesetz (BNichtrSchG).
  4. Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Eine Übersicht über den Nichtraucherschutz in Deutschland. http://www.dguv.de/medien/inhalt/praevention/themen_a_z/nichtraucher/documents/nichtraucherschutz_de.pdf.
  5. welt.de. Deutschland beim Nichtraucherschutz weit hinten. https://www.welt.de/gesundheit/article126351122/Deutschland-beim-Nichtraucherschutz-weit-hinten.html. March 29, 2014. Accessed January 22, 2017.
  6. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages. Rauchverbot in Autos in Anwesenheit von Kindern. Ausarbeitung. 2015.

Autor: Benedikt Gaim (Regensburg)

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